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Am zahlreichsten sind die Säkularen

  • Am zahlreichsten sind die Säkularen
    Am zahlreichsten sind die Säkularen (Bild: Kanton Zürich)
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2021-09-15 10:05:32
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Quelle: Kanton Zürich

Ein Drittel der Zürcher Bevölkerung bezeichnet sich selbst als konfessionslos, wie der Kanton Zürich mitteilt.

Von den Übrigen seien drei Viertel katholisch oder reformiert, der Rest verteilt sich auf andere christliche Bekenntnisse und weitere Religionen. Doch wie verbreitet seien religiöse und spirituelle Glaubensvorstellungen und Praktiken tatsächlich? Eine Analyse des Statistischen Amts des Kantons Zürich zeigt, wie es sich damit verhält.

Die Analyse beruht auf einer Repräsentativbefragung des Bundes (siehe «Mehr zum Thema»), die neben der Konfessionszugehörigkeit den Stellenwert von Religion und Spiritualität, aber auch Glaubensvorstellungen und -Praktiken thematisiert. Im Kanton Zürich nahmen 1900 Personen daran teil: Aus ihren Antworten lassen sich, unabhängig von der deklarierten Konfessionszugehörigkeit, vier Haltungstypen herausschälen.Die «Säkularen» bezeichnen sich selbst als weder religiös noch spirituell.

Mit einem Anteil von 50 Prozent seien sie die grösste Gruppe. Religiöse Vorstellungen wie der Glaube an ein Leben nach dem Tod und Praktiken wie der regelmässige Gottesdienstbesuch, das Gebet oder die eher spirituell motivierte Meditation spielen für sie kaum eine Rolle.

Männer seien in dieser Gruppe eher zu finden als Frauen, Junge eher als Alte. Auch unter den Angehörigen der beiden christlichen Hauptkonfessionen sei dieser Haltungstyp nicht selten: 48 Prozent der Reformierten und 34 Prozent der Katholiken gehören zu den «Säkularen».Die «Engagierten» seien sowohl religiös als auch spirituell und machen etwa 18 Prozent der Zürcher Bevölkerung aus.

Sie glauben beispielsweise grossmehrheitlich (79 Prozent) an ein Leben nach dem Tod und beschäftigen sich auch überdurchschnittlich oft mit der Bibel oder anderen heiligen Schriften.  Der Anteil derer unter ihnen, die regelmässig – mindestens monatlich – zum Gottesdienst gehen, sei mit 43 Prozent hoch, in der Gesamtbevölkerung tun dies nur 16 Prozent. Bei den Frauen sei ihr Anteil höher als bei Männern, und Angehörige evangelikaler Gruppierungen seien weitaus häufiger diesem Typ zuzuordnen als jene der beiden Landeskirchen.

Als spirituell nicht aber religiös schätzen sich die «Alternativen» ein, zu denen 15 Prozent der Bevölkerung gehören. Diese Gruppe kennzeichnet ein eher individualistisches, nicht durch traditionelle religiöse Gemeinschaftsstrukturen wie etwa eine Kirche geprägtes Verhältnis zur Transzendenz.

Stärker verbreitet als bei den anderen Haltungstypen sei bei Ihnen beispielsweise der Glaube an die Seelenwanderung. «Alternative» wenden mit Vorliebe Selbsterfahrungsmethoden und Meditationstechniken an, also nach innen gerichtete Praktiken.

Regelmässig in einen Gottesdienst gehen sie dagegen ebenso selten wie die «Säkularen». Frauen seien häufiger unter den «Alternativen» zu finden, ebenso Personen mit einem hohen Bildungsniveau.

Der Haltungstyp der religiösen aber nicht spirituellen «Traditionellen», habe einem Bevölkerungsanteil von 17 Prozent. Von den religiösen Praktiken sei für sie vor allem das Gebet wichtig.

Nur knapp ein Drittel von ihnen geht regelmässig zum Gottesdienst – deutlich weniger als bei den «Engagierten». «Traditionelle» seien überdurchschnittlich oft Personen im höheren Pensionsalter: Ihr Anteil unter den über 75-Jährigen beträgt mehr als ein Drittel (35 Prozent).

Gleichzeitig habe sich der Anteil der «Traditionellen» in den letzten Jahren am stärksten verändert: Zwischen 2014 und 2019 habe er um 5 Prozentpunkte abgenommen. Das sei ein Hinweis darauf, dass die Generation, die ein derartiges eher konventionelles Verhältnis zur Religion pflegt, allmählich abgelöst wird.

Die alle vier Jahre durchgeführte Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur (ESRK) sei eine Repräsentativbefragung des Bundesamts für Statistik. 2019 wurden gesamtschweizerisch rund 13000 über 15-jährige Personen befragt, darunter auch 1900 Zürcherinnen und Zürcher.

Im Rahmen der ESRK geben die Befragten unter anderem Auskunft zu ihren religiösen und spirituellen Haltungen und Praktiken sowie zur Bedeutung von Religion und Spiritualität in unterschiedlichen Lebensbereichen. Die Einteilung in die vier Haltungstypen beruht auf den zusammengefassten Antworten der Befragten auf zwei Fragen zur Selbsteinschätzung der eigenen Religiosität und Spiritualität.

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