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Ältere Stellensuchende: Situation auf dem Arbeitsmarkt und Strategien der RAV

2021-08-26 15:05:27
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Quelle: Kanton Zürich

Der Arbeitsmarkt erholt sich von den Folgen der Corona-Krise, wie der Kanton Zürich schreibt.

Erwartungsgemäss geht die Arbeitslosigkeit von älteren Stellensuchenden jedoch langsamer zurück. Die neuste Studie der Arbeitsmarktbeobachtung (AMOSA) identifiziert Lernbereitschaft und berufliche Flexibilität als Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Arbeitsintegration.

Im Kanton Zürich unterstützen die Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) Stellensuchende gezielt mit wirkungsvollen Strategien. Sie stärken die Bewerbungskompetenz und vermitteln Schlüsselkompetenzen für die Arbeitswelt von morgen.

Die Arbeitslosenquote im Kanton Zürich habe im Juli 2021 mit 2.8 Prozent den tiefsten Wert seit Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht, sei gegenüber 2.3 Prozent im Februar 2020 allerdings noch deutlich erhöht. Der Arbeitsmarkt war auch in der Krise aufnahmefähig und habe in den letzten Monaten ein für Krisen bekanntes Muster gezeigt: Die Arbeitslosigkeit von Jüngeren steigt schneller an; sie finden aber auch rascher wieder eine neue Stelle.

Ältere verlieren im Krisenverlauf seltener ihre Stelle, werden sie aber arbeitslos, suchen sie durchschnittlich länger nach einer neuen Anstellung.Die Arbeitslosigkeit erreichte bei den Über-50-Jährigen ihren Höhepunkt im Februar 2021 und sinkt seither wieder. Innerhalb dieser Altersgruppe fällt die jüngste Abwärtsbewegung bei den 50 bis 54-Jährigen am stärksten aus.

Deren Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 2.5 Prozent und befindet sich unter dem Durchschnitt aller Altersgruppen. Etwas langsamer verläuft die Abnahme der Arbeitslosigkeit bei den 55 bis 59-Jährigen (Juli 2021: 3,0 Prozent) und den 60 bis 64-Jährigen (3.8 Prozent).

Insgesamt dürfte es noch einige Zeit dauern, bis die Arbeitslosigkeit ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht hat. Erfahrungsgemäss findet die Mehrheit älterer Stellensuchender wieder eine Anstellung, besonders bei einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Dies belegt auch die im internationalen und nationalen Vergleich sehr hohe Arbeitsmarktpartizipation älterer Personen im Kanton Zürich: 86 Prozent der 50 bis 59-Jährigen und 68 Prozent der 60 bis 64-Jährigen seien erwerbstätig. Daran dürfte sich in den nächsten Jahren wenig ändern.

Im Gegenteil: Die demographische Entwicklung erweist sich als mögliche Chance. Mit der fortschreitenden Alterung der Gesellschaft werde sich der Arbeitskräftemangel akzentuieren und die steigende Nachfrage nach Arbeitskräften werde viele Jobchancen schaffen, auch für Ältere.Trotz der relativ guten Arbeitsmarktlage stellen sich Herausforderungen.

Ältere Stellensuchende seien keine homogene Gruppe, ihr Handlungsbedarf zur Stärkung ihrer Arbeitsmarktfähigkeit könne daher nur grob generalisiert werden. Die neuste Studie «Herausforderungen und Chancen für ältere Stellensuchende» der Arbeitsmarktbeobachtung AMOSA zeigt einerseits, dass ältere Stellensuchende nicht nur länger suchen, sondern mit zunehmendem Alter auch die Wahrscheinlichkeit von Erwerbseinbussen steigt.

Vor allem für Geringqualifizierte stellen hohe Bildungsanforderungen eine Hürde dar. Handlungsbedarf besteht auch bei den Informatikkenntnissen.

Zugleich werde dargelegt, mit welchen Verhaltensweisen und Einstellungen die Stellensuchenden den Erfolg der Stellensuche mitprägen können, darunter besonders wichtig die Lernbereitschaft und Flexibilität. Die Studie betont zudem, dass Arbeitgebende die Berufserfahrung und Verantwortungsbereitschaft älterer Arbeitnehmender positiv wahrnehmen.Die RAV im Kanton Zürich machen sich solche repräsentativen Befunde ebenso wie ihre genaue Kenntnis des Arbeitsmarkts zunutze.

Ihr Beratungsmodell fokussiert auf die Stärkung der Bewerbungskompetenz, die berufliche Qualifizierung und die Vermittlung. Diese strategischen Stossrichtungen seien gerade auch bei älteren Stellensuchenden dank gezielten Massnahmen wirkungsvoll.

Die individuelle Beratung und Standortbestimmung orientiert sich im Kanton Zürich neu an einem differenzierten Modell zur Stärkung der Bewerbungskompetenz. Die bestehenden Angebote an arbeitsmarktlichen Massnahmen seien arbeitsmarktnah und in den Branchen etabliert.

Die Angebote zur Förderung von Schlüsselkompetenzen im Kontext der Digitalisierung und Arbeitswelt 4.0 werden erweitert. Ebenfalls neu bieten die RAV im Kanton Zürich alternative Lernformen über E-Learning an, ermöglichen so den Erwerb neuster Skills und fördern das lebenslange Lernen.

Dieses zukunftsgerichtete Angebot werde laufend ausgebaut. Mit der Stellenvermittlung und Jobbörsen werden den Stellensuchenden Türen bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern geöffnet.

Die RAV stehen zudem mit Arbeitgebenden, Verbänden und Organisationen der Arbeitswelt zu Themen der Arbeitsmarktfähigkeit und des lebenslangen Lernens im Dialog. .

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