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VIER PFOTEN: «Neues EU-Tiergesundheitsgesetz wird illegalen Welpenhandel nicht stoppen» EU-weites Tiergesundheitsgesetz tritt am 21. April in Kraft

2021-04-21 15:12:56
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Quelle: Tierschutzorganisation Vier Pfoten

Zürich, 21. April 2021 – Obwohl die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN das neue EU-Tiergesundheitsgesetz (Animal Health Law, AHL) als einen wichtigen ersten Schritt zu mehr Transparenz im Welpenhandel sieht, bedeutet es noch immer nicht das Ende für den illegalen Handel in ganz Europa, wie die Tierschutzorganisation Vier Pfoten schildert.

Das neue Gesetz solle EU-weite Schutzmassnahmen gegen übertragbare Tierkrankheiten bieten, die auch für Menschen gefährlich sein können. Welpenhändlern werde mit dem Inkrafttreten des AHL ihr illegales Geschäft erschwert, da Personen, die an der Zucht oder dem Verkauf von Welpen beteiligt sind, national registriert sein müssen.

Um den illegalen Welpenhandel jedoch effektiv zu bekämpfen, fordert VIER PFOTEN die EU-Behörden auf, mögliche Schlupflöcher zu schliessen und eine EU-weite, verpflichtende Haustierregistrierung einzuführen. Im illegalen Welpenhandel werden die Welpen ihren Müttern zu früh entnommen, meist aus Osteuropa illegal importiert und über den gesamten Kontinent hinweg verkauft.

Das AHL macht den Welpenhandel weitaus transparenter und verbessert den Tierschutz, denn alle Verkäufer, Züchter, Transporteure und Sammelstellen von Hunden und Katzen seien nun verpflichtet, sich bei der jeweiligen Regierung zu registrieren. «Das Tiergesundheitsgesetz allein könne den zunehmenden Online-Handel mit Welpen nicht regulieren.

Die EU-Kommission muss zusätzlich für eine EU-weite Kennzeichnung und Registrierung von Heimtieren in miteinander verbundenen Datenbanken sorgen. Das führt zu effektiver Rückverfolgbarkeit von Haustieren in allen Mitgliedsstaaten und unterstützt die Behörden bei der Durchsetzung der nationalen und EU-Gesetze», sagt Joanna Randall, Leiterin der Heimtierkampagnen bei VIER PFOTEN.

VIER PFOTEN habe basierend auf der Registrierung von Haustieren und Züchtern eine Modelllösung entwickelt, um den illegalen Handel auf Online-Marktplätzen zu bekämpfen. «Wer in der EU Welpen züchtet oder verkauft, sollte ab dem ersten gezüchteten oder abgegebenen Tier bei der verantwortlichen Behörde registriert sein.

Werden die Registrierungsnummern der Züchter ausserdem in die nationalen Haustierregister aufgenommen, könne man die Herkunft jedes einzelnen Tieres rückverfolgen. Damit, und mit der Schaffung einer EU-weit verpflichtenden Haustierregistrierung, können illegale Welpenhändler gestoppt werden», sagt Randall.

VIER PFOTEN und Europetnet, ein zentralisiertes europäisches Referenzregister für mehr als 50 Prozent der Haustierregistrierungsdatenbanken, haben gemeinsam ein Sicherheitstool für Online-Marktplätze entwickelt: «Europetnet‘s PetSAFE» schliesst anonyme Händler und unregistrierte, nicht nachverfolgbare Haustiere vom Markt aus. Online-Marktplätze können mit dem System zwischen privaten und kommerziellen Verkäufern unterscheiden und Verbrauchern werde so die schmerzhafte Erfahrung erspart, kranke oder sterbende Tiere ohne Herkunftsnachweis zu kaufen.

Irland sei derzeit das erste Land in Europa, welches das neue Sicherheitstool auf ausgewählten Plattformen umsetzt. Die wachsende Nachfrage nach reinrassigen Welpen in Westeuropa, insbesondere während der COVID-19-Pandemie, habe nicht nur die Anzahl der gezüchteten Tiere in regulären Betrieben erhöht.

Auch sogenannte Welpenfarmen in Ländern wie Polen, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Slowakei und Rumänien boomen. Diese Produzenten beliefern in erster Linie Welpenhändler.

Die Welpen werden billig gezüchtet und unter grausamen Bedingungen gehalten. Oft seien sie krank und ungeimpft und haben gefälschte oder nicht vorhandene Dokumente, was eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellt.

Verhinderbare Tierkrankheiten, wie Tollwut, Ringelwürmer oder Parasiten, seien zoonotisch und können auch auf den Menschen übertragen werden. Durch die steigende Nachfrage und die niedrigen Kosten seien die Gewinnspannen extrem hoch, während das Risiko, erwischt zu werden, gering ist.

VIER PFOTEN sei die globale Tierschutzorganisation für Tiere unter direktem menschlichem Einfluss, die Missstände erkennt, Tiere in Not rettet und sie beschützt. Die 1988 von Heli Dungler in Wien gegründete Organisation tritt für eine Welt ein, in der Menschen Tieren mit Respekt, Mitgefühl und Verständnis begegnen.

Im Fokus ihrer nachhaltigen Kampagnen und Projekte stehen Streunerhunde und -katzen sowie Heim-, Nutz- und Wildtiere – wie Bären, Grosskatzen, Orang-Utans und Elefanten – aus nicht artgemässer Haltung sowie aus Katastrophen- und Konfliktzonen. Mit Büros in Australien, Belgien, Bulgarien, Deutschland, Grossbritannien, Kosovo, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Südafrika, Thailand, der Ukraine, den USA und Vietnam sowie Schutzzentren für notleidende Tiere in zwölf Ländern sorgt VIER PFOTEN für rasche Hilfe und langfristige Lösungen.

In der Schweiz sei die Tierschutzstiftung ein Kooperationspartner vom Arosa Bärenland, dem ersten Bärenschutzzentrum, welches geretteten Bären aus schlechten Haltungsbedingungen ein artgemässes Zuhause gibt. www.vier-pfoten.ch Es kommt österreichisches Recht ohne seine Verweisnormen zur Anwendung, Gerichtsstand sei Wien.

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