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Betriebsschluss in ältester Kehrichtverwertungsanlage der Schweiz

2021-02-24 09:05:20
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Quelle: Stadt Zürich

Im Werk Josefstrasse wird Ende März, nach über hundert Jahren Betrieb, die letzte Tonne Kehricht verbrannt, wie die Stadt Zürich ausführt.

Ab nächstem Winter werde das Heisswasser für das Fernwärmegebiet Zürich-West in der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz produziert und über die neue Verbindungsleitung geliefert. Energiebedarfsspitzen werden über die neue Energiezentrale auf dem Josef-Areal abgedeckt.

Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Josefstrasse habe das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, und ihre Betriebsbewilligung läuft aus. Sie werde deshalb Ende März 2021 letztmals für die Abfallverbrennung genutzt, anschliessend stillgelegt und teilweise abgerissen.

Die Energieversorgung des Fernwärmegebiets Zürich-West werde ab diesem Zeitpunkt über die neue Energiezentrale Josefstrasse sichergestellt. Dort werden gegenwärtig zwei Gaskessel installiert und in Betrieb genommen.

Die Energiezentrale werde bis Ende 2021 ausschliesslich fossil betrieben, ab 2022 solle das Heisswasser für das Fernwärmenetz Zürich-West vom Werk Hagenholz über die neugebaute, rund 6 km lange Verbindungsleitung geliefert werden. Fossile Energie werde ab Januar 2022 vor allem für die Spitzenabdeckung wie auch als Rückfallebene eingesetzt.

Die Kessel können im Falle von Gasknappheit auch auf Öl umgestellt werden. Die Stadt Zürich will jedoch auch in Zukunft während der Spitzenlastzeiten so wenig fossile Energien wie möglich für die Fernwärmeproduktion einsetzen und arbeitet an Studien.

Das Werk Josefstrasse liegt mitten im dicht bebauten Kreis 5 und beliefert rund 80 Prozent der Liegenschaften des Fernwärmegebiets Zürich-West mit Energie, darunter seien der Prime Tower und die Europaallee. Als jedoch an der Josefstrasse im Jahr 1904 mit der Verbrennung von Kehricht begonnen wurde, war das Werk noch umgeben von Wiesen und Feldern.

Das Werk Josefstrasse war die erste KVA der Schweiz. Es war noch lange üblich, Abfall in Deponien zu entsorgen.

Rund zwei Jahrzehnte nach der Inbetriebnahme, 1928, begann die Stadt Zürich damit, die Abwärme aus dem Werk Josefstrasse als Energiequelle zu nutzen und an Haushalte sowie Betriebe im Stadtzentrum zu liefern.Seit 2011 war die KVA Josefstrasse aufgrund von Überkapazitäten nicht mehr in der kantonalen Abfallplanung berücksichtigt. Um das Fernwärmegebiet Zürich-West weiterhin zu versorgen, wurde die Anlage dennoch weitergeführt.

Während der letzten zehn Jahre wurde die KVA Josefstrasse von der Fernwärme Zürich AG, einem Gemeinschaftsunternehmen der Stadt Zürich und des deutschen Energieversorgers EnBW Energie Baden-Württemberg AG, betrieben. Verwertet wurde hauptsächlich Abfall aus Süddeutschland.

Die Vorlage zur Erweiterung der Fernwärmeversorgung, die auch den Bau der Energiezentrale, den Rückbau der KVA Josefstrasse und die ersten Schritte für den Ausbau der Fernwärmeversorgung beinhaltete, nahm die Stimmbevölkerung 2018 mit einem Ja-Anteil von 83 Prozent an.Die Areale des heutigen Werks Josefstrasse und der benachbarten, bereits stillgelegten Zentralwäscherei bilden zusammen das Josef-Areal, eine Fläche von insgesamt 20 000 m2. Die Energiezentrale werde 4000 m2 in Anspruch nehmen. Unter der Leitung des Amts für Städtebau werde zurzeit ein Entwicklungskonzept für die Bebauung und Nutzung der restlichen, frei verfügbaren Fläche ausgearbeitet.

Der markante, rund 90 Meter hohe Kamin des Werks werde weiterhin für die Energiezentrale benötigt und darum nicht abgerissen. Dadurch bleibt auch der am Kamin angebrachte Falkenhorst erhalten, der häufig die Heimat von brütenden Greifvögeln sei und sich grosser Beliebtheit bei der Bevölkerung erfreut.

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