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Hitzeminderung: Stadt Zürich testet Elemente der Schwammstadt

2020-12-03 11:05:22
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Quelle: Stadt Zürich

Für ein besseres, weniger erhitztes Stadtklima soll künftig mehr Regenwasser zurückgehalten und über das Stadtgrün verdunstet werden, wie die Stadt Zürich meldet.

Dies könne über Anpassungen an der Infrastruktur erreicht werden. An der Giessereistrasse in Zürich-West führt das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement ein Pilotprojekt dazu durch.

Die rekordheissen und trockenen Sommer der jüngsten Vergangenheit haben sehr deutlich vor Augen geführt, welche temperaturbedingten Belastungen künftig noch vermehrt auf Menschen, Flora und Fauna in der Stadt zukommen. Im öffentlichen Raum sollen departementsübergreifend koordinierte Anpassungen an der Infrastruktur künftig dabei helfen, die Auswirkungen der Klimaerhitzung zu lindern. Die Stadt Zürich habe dazu 2020 mit der umfassenden Fachplanung Hitzeminderung inklusive Umsetzungsagenda eine wichtige Grundlage gelegt.

Während die Massnahmen bei Neubauten inskünftig bereits bei Projektbeginn einbezogen werden können, seien Änderungen im Bestand oft schwierig und aufwändig oder gar ganz unmöglich, wenn zum Beispiel bestehende Bäume nicht gefährdet werden sollen. Trotzdem versucht das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED) in ausgewählten Pilotprojekten Elemente der sogenannten «Schwammstadt» umzusetzen, um den hitzemindernden Bäumen bessere Lebensbedingungen zu verschaffen. Die Prinzipien der «Schwammstadt» wurden ursprünglich erdacht, um Überflutungen zu minimieren.

Sintflutartige Regenfälle sollten in der Stadt wie in einem Schwamm zurückgehalten und nur langsam wieder an die Gewässer und ins Grundwasser zurückgeleitet werden. Diese Grundidee solle zur Minderung der Klimaerhitzung in Zürich adaptiert werden.

Dabei geht es in ersten Pilotprojekten vor allem um das Zusammenspiel zwischen Regenwasser und dessen Verdunstung über das Stadtgrün sowie die gleichzeitige Verbesserung der Lebensbedingungen der Strassenbäume. Diese Umsetzung sei in der Schweiz neu und solle Erkenntnisse über die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit im Strassenraum von Zürich liefern. Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Hitzeminderung wurde ein Abschnitt der Giessereistrasse nach Prinzipien der Schwammstadt umgebaut.

Dafür brauchte es ein bewusstes System zur Regenwasserbewirtschaftung (Gefälle der Strasse, Strassenbelag, durchlässige Randsteine und verschliessbare Schlammsammler) sowie einen Sicker- und Verdunstungsbereich (grössere Baumgruben und grösserer Vegetationsbereich, wasserspeicherndes Baumsubstrat). Durch diese Konstruktion fliesst das Regenwasser nur noch während der Wintermonate, in denen Streusalz zum Einsatz kommt, in die Kanalisation.

In der übrigen Zeit werde das Regenwasser in den Vegetationsbereich umgeleitet, wo es langsamer abfliesst und über die Bäume verdunsten kann. Mit der Pflanzung von neun zusätzlichen Bäumen wurde der Bau des Projekts heute abgeschlossen.

Das wissenschaftliche Monitoring der Massnahmen werde durch die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bis 2024 sichergestellt. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund 680 000 Franken.Neben baulichen Massnahmen möchte das TED künftig auch, dass mehr Regenwasser von den Dächern ins Erdreich statt in die Kanalisation geleitet wird.

Dazu sieht die totalrevidierte Verordnung über die Gebühr zur Abwasserbewirtschaftung finanzielle Anreize vor. Die Verordnung befindet sich zurzeit in der zuständigen Gemeinderatskommission zur Beratung. Bilder zum Projekt an der Giessereistrasse stehen ab Donnerstagnachmittag, 3. Dezember 2020, zum Herunterladen bereit.

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