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VBZ und Partner lancieren «digitalen Rufbus» in Zürich

2020-09-16 16:05:11
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Quelle: Stadt Zürich

Unter dem Namen «Pikmi» lancieren die VBZ im November 2020 zusammen mit der Dienstabteilung Verkehr und dem Tiefbauamt der Stadt Zürich das vom Zürcher Gemeinderat bewilligte Pilotprojekt zum Bedarfsverkehr im ÖV (Arbeitstitel FlexNetz), wie die Stadt Zürich berichtet.

Als Partner für das 18-monatige Pilotprojekt konnte «Mobility» als Fahrzeuglieferant sowie «ViaVan» als Technologie-Anbieter und App-Entwickler gewonnen werden. Das Netz der VBZ solle flexibler werden – gerade wenn es um die «letzte Meile» geht, die Feinverteilung im Quartier.

Darum werden die VBZ in den Zürcher Quartieren Altstetten und Albisrieden ein Pilotprojekt mit einem neuartigen, nach­fragegesteuerten Angebotssystem starten. Es handelt sich dabei um eine «On Demand»-Lösung für den ÖV, die vollständig in den ÖV-Zonentarif integriert ist.

Das Pilotprojekt nützt die Chancen der Digitalisierung, um den Fahrgästen ein attraktives ÖV-Angebot zu bieten, welches veränderte Nutzungsgewohnheiten berücksichtigt. Der Betrieb solle zeigen, ob mit einem solchen System zusätzliche Kundinnen und Kunden gewonnen werden können und inwiefern sich der öffentliche Verkehr mit neuen Ansätzen effizienter betreiben lässt.

Gerade die Veränderungen im Zusam­men­hang mit COVID-19 haben gezeigt, dass der ÖV flexibel sein muss, um sich ändernden Nutzungsmustern anpassen zu können.Die Fahrgäste im Betriebsgebiet profitieren von einer besseren Anbindung an die Hauptverkehrslinien des öffentlichen Verkehrs und neuen, direkten Quer­ver­bindungen innerhalb der Quartiere. Die Kleinbusse seien abends buchbar und ver­kehren zwischen einem dichten Netz von Haltepunkten im Testgebiet.

«Fahrt­wünsche mit ähnlicher Richtung werden dabei vom System gebündelt, sodass mit möglichst wenig Fahrzeugen möglichst viele Personen an ihr Ziel gebracht werden können», sagt Silvan Weber, Projektleiter Pikmi. «Damit wollen wir mit attraktiven Verbindungen einen Beitrag zur Erreichung der städtischen Mobilitätsziele leisten.» Der Objektkredit für den Pilot­betrieb wurde im Juni 2018 vom Zürcher Gemeinderat bewilligt.Das Angebot von Pikmi sei auf die Randstunden, täglich von 20 bis 1 Uhr, begrenzt, weil in dieser Zeit das fahrplanmässige ÖV-Angebot reduziert ist.

Um die ver­wen­deten Kleinbusse mit fünf Sitzplätzen während des Tages ebenfalls aus­zu­lasten, arbeiten die VBZ als Betreiber von Pikmi mit Mobility als Fahrzeugpartner zusammen. So stehen die Mercedes-Benz Vito Fahrzeuge ab dem Morgen den Kundinnen und Kunden von Mobility zur Verfügung, bevor sie abends von den Fahrdienstmitarbeitenden der VBZ übernommen werden und als Pikmi-Fahrzeuge unter­wegs sind.

«Mit diesem Projekt gewinnen wir wertvolle Erfahrungen im Bereich der Misch­nutzung unserer Fahr­zeuge. Wir sehen das Potenzial, auf diesem Weg unsere Fahr­zeuge noch besser und rund um die Uhr auslasten zu können», sagt Adrian Boller, Projektleiter Corporate Development bei Mobility.Die Bereitstellung der Technologie und App für den Pikmi-Service erfolgt durch ViaVan, Europas führendem Technologie-Anbieter für ÖV-Lösungen.

ViaVans intelligenter Algorithmus navigiert die Fahrzeuge ohne festgelegte Linienwege, koordiniert die Fahrtbuchung und ermöglicht die dynamische Echtzeit-Bündelung der Fahrten. ViaVan und seine Muttergesellschaft Via kooperieren mit über 100 Partnern weltweit bei der Bereitstellung von Mobilitätsangeboten wie dem «BerlKönig» mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG).

Ent­schei­dend für ein gutes Funktionieren des Pikmi-Angebotes sei das Bündeln der ver­schiedenen Fahrt­wünsche mit ähnlicher Fahrtrichtung sowie die entsprechende Disposition der Fahrzeuge. «Technologie habe die Fähigkeit den Zugang zu öffentlichen Verkehrs­mitteln zu erweitern», sagt Chris Snyder, Geschäftsführer von ViaVan.

«Die Stadt Zürich habe ein hervorragendes ÖV-Netz. Wir freuen uns gemeinsam mit den VBZ einen effizienten, bezahlbaren und komfortablen On-Demand-Service zur Schlies­sung von Lücken in den Abend- und frühen Nachtstunden anzubieten.»Das Pilotprojekt Pikmi sei auf 18 Monate befristet, danach werden die Erkenntnisse aus dem Betrieb ausgewertet.

Die Fahrzeuge, welche der Projektpartner Mobility zur Verfügung stellt und nach Abschluss des Projektes vollständig in seine Flotte integriert, seien wegen der beschränkten Nutzungszeit nicht ausgerüstet für den Transport für Menschen im Rollstuhl. Die VBZ arbeiten darum mit der Stiftung Behinderten-Transporte Zürich (BTZ) zusammen, um die Buchungsanfragen aller Kundinnen und Kunden be­dienen zu können.

Die Stiftung BTZ könne dank der Zusammenarbeit Erfahrungen mit der Buchung über digitale Plattformen sammeln und ein neuartiges Angebot testen, um die Mobilität auch zukünftig für alle nach­haltig und effizient zu gestalten. Die Pikmi-App sei optimiert für die Nutzung durch Fahrgäste mit Seh­be­hinderung.

Alle Fahrgäste ohne Smartphone haben zudem die Möglichkeit, Fahrten über den Kunden­dienst telefonisch zu buchen..

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