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«Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit

  • «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit
    «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit (Bild: Kanton Zürich)
  • «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit
    «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit (Bild: Kanton Zürich)
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    «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit (Bild: Kanton Zürich)
  • «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit
    «Einst und Jetzt»: Moderne Architektur für die industrielle Landwirtschaft und Oberwinterthur in römischer Zeit (Bild: Kanton Zürich)
2022-10-20 10:05:09
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Quelle: Kanton Zürich

Die industrielle Landwirtschaft brauchte neue Bauten für ihren grossen Viehbestand und die zahlreichen Maschinen, wie der Kanton Zürich ausführt.

«Einst und Jetzt», die Zeitschrift zu Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Zürich», zeigt, wie innovativ Architekten diese Aufgabe lösten. Ebenso berichtet das Heft darüber, was man nach jahrelangen Untersuchungen über die römische Kleinstadt Vitudurum weiss und wie damals Fernstrassen gebaut wurden.

Beim Spaziergang ausserhalb der Dörfer fallen sie auf: moderne Bauernhöfe aus Beton und Eternit mit grossen Schrägdächern. Diese «Aussiedlerhöfe» seien ins Blickfeld der Denkmalpflege gerückt.

Sie repräsentieren nämlich eine epochale Veränderung in der Landwirtschaft und zeigen, wie Architekten auf gewandelte Produktionsformen reagierten. Treibende Kraft der Umwälzung war die 1918 gegründete «Schweizerische Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft».

Bauernfamilien sollten aus den Dorfkernen wegziehen und auf neuen Höfen mit modernster Technik das Kulturland bewirtschaften, das durch Güterzusammenlegungen und Bodenverbesserungen für die Produktivitätssteigerung vorbereitet wurde. Im Stammertal beispielsweise wurde 1919−1927 der Besitz von 350 Eigentümern zusammengelegt und entwässert, dreizehn neue Höfe entstanden, darunter der Ulmerhof.Die ersten Aussiedlerhöfe kamen als Riegelhäuser mit Fensterläden noch sehr traditionell daher, die Anordnung der Bauten mit Wohnteil, Stallscheune, Remise etc.

folgte aber genau dem Betriebsablauf. Neuerungen wie Traktorgaragen kamen bald hinzu, im Wohnhaus gehörten Badezimmer und eine moderne Küche zur zeitgemässen Ausstattung.

Ab den 1960er-Jahren brachen die Architekten mit alt hergebrachten Formen, die grossen Neubauten erinnern nun an Fabriken. Dauerhafte und günstige Baumaterialien kamen zum Zug und der grosse Viehbestand wurde in Laufställen unter riesigen Dächern untergebracht.

Die Höfe Vogelsang in Kollbrunn, Erlenhölzli in Chatzenrüti, Jonenhof in Rifferswil und Neuhof in Gundetswil seien Beispiele für diese innovative Architektur.Seit Jahrzehnten untersuchen Archäologinnen und Archäologen die Reste der römischen Siedlung Vitudurum im heutigen Oberwinterthur. Immer detaillierter werde das Bild der Kleinstadt, die im 1. Jahrhundert n.Chr.

planmässig angelegt wurde und während mehr als 300 Jahren bestand. Über 80 Wohnhäuser boten 400 bis 600 Personen Platz.

In den Hinterhöfen standen Schweineställe, Lagerräume und Gewerbebetriebe. Eine Bäckerei mit einem grossen Ofen versorgte den Ort, andere Handwerker verarbeiteten Metalle, Leder oder Knochen.

In den Gärten wuchsen Hirse und Hafer, aber auch Kräuter wie Dill und Koriander. Bestens erhalten blieben die Reste von 77 Kanälen aus Holz, die Wohnungen und Gewerbe mit Wasser versorgten und Abwässer wegführten.

Dass Recycling keine Erfindung unserer Zeit ist, zeigt ein Trinkwasserbrunnen aus einem grossen Weinfass mit über 800 Litern Inhalt. Die vielen dokumentierten Gebäudereste, Infrastrukturanlagen und Funde von Alltagsgegenständen wie Werkzeug und Geschirr erlauben es heute, Vitudurum in zeichnerischen Darstellungen aufleben zu lassen.

Drei dieser anschaulichen Lebensbilder seien im aktuellen Heft abgedruckt.Die heutige Autobahn A1 folgt ziemlich genau dem Verlauf einer römischen Fernverkehrsstrasse. Sie verband einst zahlreiche Kleinstädte zwischen Genfersee und Bodensee.

Auch Vitudurum fand über sie Anschluss an das weit verzweigte römische Verkehrsnetz. Auf Luftbildern zeichnete sich das im Boden verborgene Trassee in der Flur Ruchegg bei Wiesendangen deutlich als heller Streifen ab.

Als auf dem Gelände eine grosse Deponie geplant wurde, suchte die Kantonsarchäologie nach den vermuteten Strassenresten. Sie fand mehrere Lagen einer Kofferung aus Geröll und Gesteinsblöcken und eine bombierte Strassenoberfläche, die das Regenwasser in einen Entwässerungsgraben ableitete.

Der Ausbaustandard sei beachtlich: Parallel zum 6 m breiten Strassentrassee diente ein 2 m breiter Weg dem Fussverkehr und dem Viehtrieb.Trouvaille: Historischer Dreiklang. Die Glocken der Antoniuskapelle in WaltalingenBestellen auf www.starch-zh.ch. Pro Heft Fr.

15.−.

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